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Textildruck & Stickerei
Persönliche Beratung
Region Fürth · Nürnberg · Erlangen
Metropolregion Nürnberg
Telefon 0911 37 70 558

18.03.26

dtg-druck-nrnberg-erlangen-printerado-fuerth

DTG vs. Siebdruck – Welches Verfahren passt wann?

Fachbeitrag von Alexander Weidinger  |  Printerado – Textildruck & Stickerei, Fürth bei Nürnberg

Das Wichtigste in Kürze

Die beiden Verfahren unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern darin, wie ihre Kosten entstehen. Daraus ergibt sich alles Weitere.

  • DTG hat keine Vorkosten. Jedes Teil kostet ungefähr gleich viel, egal ob eines oder hundert.
  • Siebdruck hat Vorkosten pro Farbe und pro Position, dafür ist das einzelne Teil danach sehr günstig.
  • Es gibt keine feste Stückzahlgrenze. Sie verschiebt sich mit jeder zusätzlichen Farbe nach oben.
  • Farbanzahl kostet nur beim Siebdruck. Bei DTG ist ein einfarbiges Logo so teuer wie ein Foto.
  • Auf dunklen Textilien liegt der praktische Unterschied – nicht in der Auflösung.

Die Frage wird meistens als Qualitätsfrage gestellt, ist aber eine Kostenfrage. Beide Verfahren liefern gute Ergebnisse – sie verteilen den Aufwand nur völlig verschieden. Wer das einmal verstanden hat, braucht für die Entscheidung keine Tabelle mehr, sondern nur zwei Angaben: Stückzahl und Farbanzahl. Wir setzen beide Verfahren in Fürth ein und beraten Kunden aus Nürnberg und Erlangen vor dem Auftrag; einen Überblick über alle Techniken gibt es unter Textildruck.

DTG-Direktdruck, Druckkopf trägt Tinte direkt auf ein aufgespanntes Textil auf
DTG-Direktdruck – die Tinte geht direkt aufs Textil, ohne Zwischenschritt

Was DTG-Druck technisch ist

DTG steht für Direct to Garment und bezeichnet ein Verfahren, bei dem wasserbasierte Tinte mit Druckköpfen direkt auf das Textil aufgebracht wird und in die Baumwollfaser eindringt. Der Ablauf ähnelt einem Tintenstrahldrucker: Die Datei geht an die Maschine, die Maschine druckt, fertig. Es gibt nichts anzufertigen, nichts einzurichten, nichts zu reinigen. Genau deshalb kostet der DTG-Digitaldruck bei einem Stück praktisch dasselbe wie bei fünfzig – pro Teil.

Weil die Tinte in die Faser zieht, ist der Griff der weichste aller Druckverfahren. Und weil ein Druckkopf beliebig viele Farbwerte mischen kann, sind Fotos, Verläufe und feine Schattierungen kein Sonderfall, sondern der Normalfall.

Was Siebdruck technisch ist

Beim Siebdruck wird Farbe mit einem Rakel durch ein feinmaschiges Sieb auf das Textil gedrückt, wobei für jede Farbe des Motivs ein eigenes Sieb belichtet werden muss. Vor dem ersten Druck steht also Arbeit: Sieb beschichten, belichten, auswaschen, einrichten, Farben anmischen, Passer einstellen. Danach ist jeder weitere Druck schnell und die Farbe liegt satt und deckend auf dem Stoff.

Ein Punkt, der regelmäßig übersehen wird: Ein Sieb wird nicht nur pro Farbe gebraucht, sondern pro Farbe und Position. Ein zweifarbiges Motiv auf Brust und Rücken sind vier Siebe, nicht zwei. Das erklärt, warum ein zweiter Druckplatz beim Siebdruck überproportional kostet.

Siebdruck in der Werkstatt, grüne Druckfarbe wird mit dem Rakel durch das Sieb gezogen
Siebdruck bei Printerado in Fürth – pro Farbe und Position ein eigenes Sieb

Warum es keine feste Stückzahlgrenze gibt

Auf die Frage „ab wie vielen Stück lohnt sich Siebdruck" gibt es keine ehrliche Zahl, sondern eine Rechnung. Die Siebkosten fallen einmal an und teilen sich durch die Stückzahl. Der Punkt, an dem Siebdruck günstiger wird, ist erreicht, sobald dieser Anteil unter den Mehrpreis der digitalen Verfahren pro Teil fällt.

Entscheidend ist deshalb nicht die Stückzahl allein, sondern das Verhältnis aus Stückzahl, Farbanzahl und Anzahl der Druckpositionen. Ein einfarbiges Logo auf der Brust erreicht die Schwelle bei einer vergleichsweise kleinen Auflage. Dasselbe Motiv vierfarbig auf Brust und Rücken braucht das Vielfache an Siebkosten und damit eine deutlich größere Auflage, um sich zu rechnen.

Was das für deine Anfrage heißt: Nenn uns Stückzahl, Farbanzahl und Positionen – dann rechnen wir beide Varianten und zeigen dir, wo die Grenze in deinem konkreten Fall liegt. Bei Grenzfällen ist das Ergebnis oft überraschend: Manchmal lohnt sich das Reduzieren einer Farbe mehr als das Erhöhen der Stückzahl.

Der direkte Vergleich

Kriterium DTG-Druck Siebdruck
Vorkosten Keine Ein Sieb je Farbe und Position
Farbanzahl Ohne Einfluss auf den Preis Jede Farbe kostet
Motivart Fotos, Verläufe, feine Details Flächige Volltonmotive, klare Konturen
Griff Kaum spürbar, Tinte in der Faser Farbschicht liegt auf, leicht spürbar
Dunkle Textilien Weiße Unterlage nötig, Griff wird fester Deckt direkt, unproblematisch
Material Hoher Baumwollanteil nötig Breiteres Spektrum
Jedes Teil anders Problemlos möglich Nicht praktikabel

Dunkle Textilien: hier liegt der praktische Unterschied

Auf Weiß sehen beide Verfahren gut aus. Der Unterschied zeigt sich auf Schwarz, Navy und Dunkelgrün – und er ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Folge der Physik.

Siebdruckfarbe ist deckend. Sie wird aufgetragen und liegt darüber, der Untergrund spielt keine Rolle. DTG-Tinte ist dagegen lasierend wie Tinte auf Papier – auf schwarzem Papier sieht man blaue Tinte nicht. Deshalb braucht DTG auf dunklen Textilien eine weiße Unterlage, die zuerst gedruckt wird, und davor eine Vorbehandlung, damit diese Unterlage hält. Das funktioniert gut, hat aber zwei Folgen: Der Griff an der bedruckten Stelle wird fester, und die Vorbehandlung kann auf manchen Stoffen einen leichten Rand hinterlassen, der nach der ersten Wäsche verschwindet.

Zwei bedruckte T-Shirts nebeneinander, links ein fotorealistisches Motiv, rechts ein grafisches Volltonmotiv
Links ein Motiv für DTG, rechts eines für Siebdruck – die Motivart entscheidet mit

Das Material schränkt die Wahl ein

DTG braucht Baumwolle, weil die wasserbasierte Tinte in die Faser eindringen muss. Bei Mischgeweben mit hohem Polyesteranteil findet sie keinen Partner, das Ergebnis bleibt matt und wäscht schneller aus. Siebdruck ist da unempfindlicher, arbeitet aber ebenfalls am besten auf Baumwolle und Mischgewebe.

Daraus folgt eine Reihenfolge, die im Kundengespräch oft falsch herum läuft: Erst das Verfahren festlegen, dann das Textil auswählen. Wer ein Funktionsshirt aus Polyester bereits gekauft hat, für den fällt DTG weg – egal wie gut das Motiv dazu passen würde. Die Auswahl an Trägertextilien steht unter T-Shirts und Sweatshirts; wie die Verfahrenswahl insgesamt abläuft, steht im Beitrag T-Shirt bedrucken lassen.

Wenn keines von beiden passt

Die Frage „DTG oder Siebdruck" setzt voraus, dass es nur diese zwei gibt. Zwei Fälle fallen regelmäßig durch dieses Raster:

  • Polyester, Funktionsware, beschichtete Stoffe. Hier ist DTF-Transferdruck die Antwort. Er haftet materialunabhängig, deckt auf Dunkel ohne Vorbehandlung und ist bei wechselnden Namen und Nummern das einzig praktikable Verfahren.
  • Kleidung, die täglich heiß gewaschen wird. Jeder Druck ist eine Schicht, und jede Schicht altert. Bei Arbeitskleidung im Dauereinsatz hält eine Bestickung länger, weil der Faden Teil des Gewebes ist.

Beratung in Fürth, Nürnberg und Erlangen

Unsere Werkstatt liegt im Fürther Norden, im Knoblauchsland direkt an der Stadtgrenze zu Nürnberg – rund 20 Autominuten vom Nürnberger Hauptbahnhof und etwa 10 Minuten vom Flughafen Nürnberg. Weil wir beide Verfahren im Haus haben, hängt unsere Empfehlung nicht davon ab, welche Maschine gerade frei ist. Kunden kommen regelmäßig mit einer festen Vorstellung vom Siebdruck und gehen mit einem DTG-Angebot, weil es für ihre Auflage schlicht günstiger ist – und manchmal andersherum. Druckdaten bereiten wir über die Datenerstellung auf, eine erste Einordnung liefert der Preiskalkulator.

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Stückzahl lohnt sich Siebdruck gegenüber DTG?

Es gibt dafür keine feste Zahl, sondern eine Rechnung. Die Siebkosten fallen einmal an und teilen sich durch die Stückzahl; sobald dieser Anteil pro Teil unter den Mehrpreis von DTG fällt, ist Siebdruck günstiger. Weil pro Farbe und pro Position ein eigenes Sieb nötig ist, verschiebt sich die Grenze mit jeder zusätzlichen Farbe nach oben. Nenn uns Stückzahl, Farbanzahl und Positionen, dann rechnen wir beide Varianten durch.

Kostet ein mehrfarbiges Logo beim DTG-Druck mehr?

Nein. DTG arbeitet wie ein Tintenstrahldrucker – die Anzahl der Farben im Motiv hat keinen Einfluss auf den Preis, nur die bedruckte Fläche. Das ist der grundlegende Unterschied zum Siebdruck, bei dem jede zusätzliche Farbe ein weiteres Sieb bedeutet.

Welches Verfahren ist besser für dunkle T-Shirts?

Siebdruckfarbe ist deckend und liegt auf dem Stoff – der Untergrund spielt keine Rolle. DTG-Tinte ist lasierend und braucht auf dunklen Textilien eine weiße Unterlage samt Vorbehandlung. Das funktioniert gut, macht den Griff an der bedruckten Stelle aber fester. Bei einem großflächigen Motiv auf Schwarz ist Siebdruck deshalb oft angenehmer im Ergebnis.

Warum funktioniert DTG nicht auf Polyester?

Weil die wasserbasierte Tinte in die Baumwollfaser eindringen muss, um dort zu bleiben. Polyester nimmt sie nicht auf – das Ergebnis bleibt matt und wäscht schneller aus. Für Polyester, Mischgewebe und Funktionsware ist DTF-Transferdruck die passende Wahl, weil er als Film auf jedem Material haftet.

Kann ich bei einer Auflage jedes Shirt anders bedrucken lassen?

Bei DTG ja, bei Siebdruck nicht sinnvoll. Für jedes abweichende Motiv bräuchte es beim Siebdruck ein eigenes Sieb. Digitale Verfahren drucken dagegen jedes Teil einzeln – für Namen, Nummern oder personalisierte Motive sind DTG und DTF die richtige Wahl.

Welches Verfahren hält länger?

Beide halten bei normaler Pflege lange. Der Unterschied zeigt sich erst bei hoher Waschtemperatur und hoher Frequenz – dort altert jede Druckschicht, zuerst an den Kanten. Für Kleidung, die täglich bei 60 Grad und mehr läuft, ist Stickerei die haltbarere Entscheidung, weil der Faden Teil des Gewebes ist und keine Schicht darauf liegt.

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