Fachbeitrag von Alexander Weidinger | Printerado – Textildruck & Stickerei, Fürth bei Nürnberg
Das Wichtigste in Kürze
Die Frage lautet nicht, welches Druckverfahren das beste ist, sondern welches zu deiner Stückzahl und deinem Textil passt. Beides zusammen gibt die Antwort.
- DTG druckt in die Baumwollfaser. Weichster Griff, ab einem Stück – braucht aber Baumwolle.
- DTF liegt als Film auf dem Textil. Funktioniert auf jedem Material und jeder Farbe.
- Siebdruck braucht pro Farbe ein Sieb. Ab etwa 50 Stück die günstigste Variante pro Teil.
- Das Textil entscheidet mit. Ein Shirt aus Mischgewebe schließt DTG praktisch aus.
- Bei heißer Wäsche hält Stickerei länger als jeder Druck.
Zehn Shirts für ein Vereinsfest oder fünfhundert für den Außendienst – die Frage ist dieselbe: Welches Verfahren passt? Die Antwort hängt an zwei Größen, und beide muss man kennen, bevor das Textil bestellt wird. Denn das Verfahren schränkt die Textilauswahl ein, nicht umgekehrt. Wir bedrucken T-Shirts in Fürth für Kunden aus Nürnberg und Erlangen; einen Überblick über alle Verfahren gibt es unter Textildruck.
Die drei Verfahren und was sie unterscheidet
DTG-Digitaldruck
DTG-Digitaldruck bezeichnet ein Verfahren, bei dem wasserbasierte Tinte direkt in die Baumwollfaser eingebracht wird, sodass das Motiv nicht auf dem Textil aufliegt, sondern darin sitzt. Daraus folgt der weichste Griff aller Druckverfahren – bei einem großflächigen Motiv merkt man beim Tragen kaum, dass es da ist. Der DTG-Digitaldruck rechnet sich außerdem ab einem Stück, weil nichts eingerichtet werden muss.
Zwei Dinge gehören dazu, die selten erwähnt werden. Erstens braucht DTG Baumwolle – bei Mischgeweben mit hohem Polyesteranteil findet die Tinte keine Faser, in die sie eindringen kann, und das Ergebnis bleibt matt und wäscht schneller aus. Zweitens muss ein dunkles Textil vor dem Druck vorbehandelt werden, damit die weiße Grundierung hält. Diese Vorbehandlung kann auf manchen Stoffen einen leichten Rand hinterlassen, der nach der ersten Wäsche verschwindet. Wer ein Musterteil in der Hand hält und ihn sieht, weiß jetzt, warum.
DTF-Transferdruck
Der Unterschied zwischen DTG und DTF liegt darin, dass DTG in die Faser druckt und deshalb Baumwolle braucht, während DTF als Film auf jedem Material haftet. Damit fällt beim DTF-Transferdruck die Materialfrage weg: Polyester, Mischgewebe, Funktionsware, dunkle Farben – alles möglich, mit voller Deckung. Auch bei wechselnden Namen oder Nummern ist er das praktikabelste Verfahren, weil jedes Teil einzeln bedruckt wird, ohne zusätzliche Werkzeugkosten.
Der Preis dafür: Der Film ist spürbar. Auf einem dünnen, stark dehnbaren Jersey kann er bei großflächigen Motiven auf Dauer an den Kanten einreißen – nicht sofort, aber nach vielen Waschgängen. Bei einem Brustmotiv spielt das keine Rolle, bei einem vollflächigen Rückendruck auf einem leichten Shirt sprechen wir vorher darüber.
Siebdruck
Beim Siebdruck wird pro Farbe ein Sieb angefertigt. Wichtig dabei: pro Farbe und pro Position. Ein zweifarbiges Motiv auf Brust und Rücken sind vier Siebe, nicht zwei. Diese Einrichtkosten fallen einmalig an und verteilen sich über die Auflage – ab etwa 50 Stück mit gleichbleibendem Motiv wird Siebdruck zur günstigsten Variante pro Teil und liefert dabei die kräftigste Farbdeckung.
Der Vergleich auf einen Blick
| DTG | DTF | Siebdruck | |
|---|---|---|---|
| Material | Baumwolle | Alles | Die meisten Textilien |
| Ab Stückzahl | 1 | 1 | Ab etwa 50 sinnvoll |
| Griff | Kaum spürbar | Als Film spürbar | Leicht spürbar |
| Fotomotive | Sehr gut | Sehr gut | Nur eingeschränkt |
| Wechselnde Namen | Möglich | Ideal | Nicht praktikabel |
| Kostentreiber | Druckfläche | Druckfläche | Farben mal Positionen |
Zuerst das Verfahren, dann das Shirt
Die häufigste Reihenfolge im Kundengespräch ist die falsche: Erst wird ein Shirt ausgesucht, dann gefragt, wie es bedruckt werden kann. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg, denn das Verfahren schränkt die Textilauswahl ein.
Ein Beispiel: Wer ein fotorealistisches Motiv in weichem Griff will, landet bei DTG – und damit bei einem Shirt aus reiner Baumwolle. Ein modisches Mischgewebe mit Polyesteranteil fällt dann heraus, egal wie gut es sonst passt. Umgekehrt: Wer sich für ein Funktionsshirt aus Polyester entschieden hat, für den ist DTF gesetzt. Die Auswahl an Trägertextilien steht unter T-Shirts und Sweatshirts.
Wenn es lange halten soll: Jeder Druck ist eine Schicht auf dem Textil, und jede Schicht altert – umso schneller, je heißer und häufiger gewaschen wird. Bei Kleidung im täglichen Einsatz mit 60 Grad und mehr ist eine Bestickung die haltbarere Entscheidung, weil der Faden Teil des Gewebes ist. Für T-Shirts, die normal gewaschen werden, ist Druck völlig ausreichend – und bei größeren Motiven ohnehin die einzige wirtschaftliche Lösung.
Wofür T-Shirts bedruckt werden
- Unternehmen und Start-ups. Einheitliche Teamkleidung, Messeauftritte, Willkommenspakete für neue Mitarbeiter.
- Handwerksbetriebe. Das Shirt unter der Jacke, das im Sommer allein getragen wird. Passende Ware unter Handwerker-Workwear.
- Vereine. Trainingsshirts, Fanartikel, Ausstattung für Helfer bei Veranstaltungen – dazu die Vereinsbekleidung.
- Abschlussklassen. Meist einmalige Auflagen mit einem Motiv und vielen Namen – der klassische Fall für DTF. Mehr unter Abschlusshoodies.
- Events, Festivals, Merchandise. Hier zählt die Wirkung mehr als die Lebensdauer – vollflächige Motive, kräftige Farben.
So läuft eine Bestellung ab
- Anfrage mit vier Angaben: Motiv als Datei, Stückzahl, gewünschtes Textil oder Qualität, Druckposition. Damit können wir direkt rechnen.
- Verfahren und Textil abstimmen. Wir schlagen die wirtschaftlichste Kombination vor – und sagen es, wenn dein Wunschshirt zum gewünschten Verfahren nicht passt.
- Druckdaten prüfen. Ideal ist eine Vektordatei, eine hochauflösende PNG mit transparentem Hintergrund geht auch. Was noch nicht produktionsfähig ist, machen wir über die Datenerstellung fertig.
- Freigabe, bei größeren Aufträgen mit Muster. Ein bedrucktes Einzelstück vor der Serie erspart Diskussionen über Farbe und Position.
- Produktion in Fürth, danach Versand oder Abholung nach Vereinbarung.
T-Shirts bedrucken lassen in Fürth, Nürnberg und Erlangen
Unsere Werkstatt liegt im Fürther Norden, im Knoblauchsland direkt an der Stadtgrenze zu Nürnberg – rund 20 Autominuten vom Nürnberger Hauptbahnhof und etwa 10 Minuten vom Flughafen Nürnberg. Wir produzieren selbst, ohne Zwischenhändler, und das ist beim Textildruck mehr als ein Werbesatz: Wenn eine Farbe am Bildschirm anders wirkt als auf dem Stoff, wird das an der Maschine geklärt und nicht per E-Mail über zwei Stationen. Eine erste Einschätzung zum Budget liefert der Preiskalkulator.
Häufig gestellte Fragen
Welches Druckverfahren passt zu meinem Projekt?
Das entscheiden Stückzahl und Textil zusammen. Für kleine Mengen auf Baumwolle ist DTG-Digitaldruck die Wahl, weil er den weichsten Griff liefert und ab einem Stück rechnet. Für Polyester, Mischgewebe und wechselnde Namen ist DTF-Transferdruck flexibler. Ab etwa 50 Stück mit gleichbleibendem Motiv wird Siebdruck pro Teil am günstigsten.
Warum funktioniert DTG-Druck nicht auf jedem Shirt?
Weil die wasserbasierte Tinte in die Baumwollfaser eindringen muss. Bei Mischgeweben mit hohem Polyesteranteil findet sie keine passende Faser, das Ergebnis bleibt matt und wäscht schneller aus. Wer ein Mischgewebe bedrucken lassen will, fährt mit DTF-Transferdruck besser.
Warum kostet Siebdruck bei zwei Positionen mehr als doppelt?
Weil pro Farbe und pro Position ein eigenes Sieb angefertigt wird. Ein zweifarbiges Motiv auf Brust und Rücken bedeutet vier Siebe. Diese Einrichtkosten fallen einmalig an und verteilen sich über die Auflage – deshalb lohnt sich Siebdruck erst ab einer gewissen Stückzahl, dann aber deutlich.
In welchem Dateiformat soll ich mein Motiv schicken?
Am besten als Vektordatei – AI, EPS, PDF oder SVG. Diese lassen sich verlustfrei auf jede Größe bringen. Für DTG und DTF genügt auch eine hochauflösende PNG mit transparentem Hintergrund, mindestens 300 dpi in der tatsächlichen Druckgröße. Wir prüfen die Datei vor der Produktion und melden uns, wenn etwas angepasst werden muss.
Kann ich die fertigen Shirts in Fürth abholen?
Ja, nach Vereinbarung. Unsere Werkstatt liegt im Fürther Norden an der Stadtgrenze zu Nürnberg, rund 20 Autominuten vom Hauptbahnhof. Alternativ versenden wir an jede Adresse. Bei größeren Ausstattungen empfehlen wir, ein Musterteil vorher abzuholen und anzusehen.
Wie wasche ich ein bedrucktes T-Shirt richtig?
Auf links, bei 30 bis 40 Grad, ohne Weichspüler und nicht im Trockner. Gebügelt wird von der Rückseite oder mit einem Tuch über dem Motiv. Je heißer und häufiger gewaschen wird, desto schneller altert jede Druckschicht – bei Kleidung, die täglich heiß gewaschen wird, ist Stickerei deshalb die haltbarere Wahl.
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